Gesundheitsimmobilien zählen nicht zuletzt mit der Zunahme der Generation Silber zu den wachstumsstärksten Bereichen im weiterhin attraktiven Immobiliensektor. Dabei bieten sie eine grosse Vielfalt – von Seniorenheimen bis zu Arztpraxen –, womit eine starke Diversifizierung und attraktive Renditen für langfristige Anlagen möglich werden.
Seit Beginn der COVID-19-Krise zeigt der Gesundheitssektor an den Aktienmärkten eine überdurchschnittliche Performance. Dabei zeigt sich auch im Immobilienbereich eine klare Überlegenheit gegenüber Gewerbeimmobilien. So setzt sich ein seit der Finanzkrise, als alternative Investitionsmöglichkeiten gesucht wurden, bestehender Wachstumstrend fort.
Seniorenheim in Aranjuez, in der Nähe von Madrid, Spanien
Quelle: Swiss Life Asset Managers
Unterschiedliche langfristige Trends stützen die hohe Nachfrage nach Gesundheitsimmobilien. Besonders wichtig ist dabei der zunehmende Anteil der Generation Silber (70+) in der Gesellschaft, die wiederum eine sehr vielfältige Gruppe darstellt. Ihre Bedürfnisse verändern sich zugleich durch die zunehmende Lebenserwartung stetig. Mit in der Regel langfristigen Mietverträgen sichert diese demografische Gruppe zuverlässig und langfristig den Cashflow. Ausserdem steigt durch ihren steigenden Anteil an der Bevölkerung die Bedeutung von Gesundheitsanlagen für institutionelle Investoren.
Diverse Vorteile von Gesundheitsimmobilien
Im Vergleich zu anderen Gewerbeimmobilien wie Büro- oder Logistikobjekten weisen Gesundheitsimmobilien geringere Korrelationen bei der Asset Allocation auf. So bietet der wachsende, inzwischen gereifte Gesundheitssektor gute Möglichkeiten für Diversifizierung. Dabei stehen Investoren etwa Seniorenheime, Rehabilitationskliniken, Spitäler, ambulante Strukturen und Arztpraxen sowie auch Life-Science-Einrichtungen zur Auswahl. So können Anleger zwischen verschiedenen Ertragsquellen und Modellen wählen. Das macht Gesundheitsimmobilien unverzichtbar für ein selbstbestimmtes Risiko- und Portfoliomanagement.
Die Generation Silber ist europaweit am stärksten in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien vertreten: Nach Angaben von Oxford Economics (OE) lebten 2020 insgesamt etwa 40 Millionen Senioren in diesen vier Länden. Die Anzahl der Pflegebetten je 1000 Einwohner verteilt sich dabei laut OECD wie folgt:
- Deutschland: 54
- Frankreich: 50
- Spanien: 44
- Italien: 18
Dabei prognostiziert Oxford Economics ein starkes Wachstum der Generation Silber bis zum Jahr 2035:
- um 35% in Spanien
- um 34% in Frankreich
- um 30% in Deutschland
- um 24% in Italien
Somit zeichnet sich jetzt schon ab, dass der Immobiliensektor in Zukunft neue Angebote für eine höhere Nachfrage mit steigenden Bedürfnissen bereithalten muss.
Anforderungen an zukünftige Gesundheitskonzepte
Jede Generation unterscheidet sich von den vorhergehenden. Auch die Generation Silber von morgen wird andere Bedürfnisse und Ansprüche haben als die Generation 70+ von heute. Zugleich verändern sich Umwelt, Gesellschaft und Gesundheitsangebote. Kombinationen von neuen Gesundheitsformaten, wie betreutem unabhängigem Wohnen und Gedächtnispflege, bieten in Zukunft gute Aussichten, den Erwartungen von Senioren und ihren Familien zu entsprechen und dabei Selbstbestimmung im Alter zu ermöglichen.
Eine Integration von sich wandelnden Anforderungen in Gesundheitskonzepte und -entwicklungen nützt allen Beteiligten. So wird mehr Komfort und Sicherheit geschaffen, zugleich treiben die Förderung der Digitalisierung und Medizintechnologie bei den Dienstleistungen die Innovationen in diesem Bereich voran.
Das soll langfristig zu einem besseren Wohlergehen für die Patienten führen und dabei auch zu niedrigeren öffentlichen Gesundheitskosten beitragen. So sind Anlagen im europäischen Gesundheitssektor nicht nur wegen ihren stabilen Renditen attraktiv, sondern sie eignen sich zugleich als Teil einer verantwortungsvollen Anlagestrategie.
Erstmals erschienen im Insights März 2021
Autor: Beatrice Guedj, Head of Research & Innovation, Swiss Life Asset Managers, France