Der Bedarf an Gesundheitsimmobilien in Europa wächst parallel zur demografischen Entwicklung. Innovative Wohnformen und adaptive Pflegeeinrichtungen sind gefragt. Trotz temporärer Herausforderungen zeigt sich der Gesundheitssektor robust und investitionsfreudig.

Die demografische Entwicklung gilt seit einiger Zeit als «Megatrend». Aktuelle Zahlen belegen, dass sich dieses Phänomen weiter beschleunigt. Insbesondere die Zunahme der über 65-Jährigen treibt die Nachfrage nach Gesundheitsimmobilien an. Diese Entwicklung hat gleichzeitig zur Folge, dass die Gesundheitsausgaben weltweit zunehmen. Zahlreiche europäische Länder geben bereits heute 10% oder mehr ihres Bruttoinlandprodukts (BIP) für die Gesundheit ihrer Bevölkerung aus.

Steigende Gesundheitsausgaben

In der Schweiz rechnet die Konjunkturforschungsstelle (KOF) mit einem Anstieg der Gesundheitsausgaben um 4,4% im Jahr 2024 und um 3,7% im laufenden Jahr. In den vergangenen zehn Jahren betrug das durchschnittliche Wachstum 3,2%. Im Jahr 2024 beliefen sich die jährlichen Gesundheitsausgaben pro Kopf auf rund 11 000 Franken. Zu den wichtigsten Wachstumstreibern im Gesundheitssystem zählen laut KOF auf Seiten der Leistungserbringer Krankenhäuser, sozialmedizinische Institutionen und Arztpraxen.

Wunsch nach alternativen Wohnformen

Veränderte Bedürfnisse der älteren Generation führen zu einer steigenden Nachfrage nach alternativen Wohnformen. Eine Ipsos-Umfrage aus dem Jahr 2021 zeigt, dass viele Senioren und Seniorinnen eine grössere Wahlfreiheit wünschen. Doch die aktuellen Wohnformen in der stationären Pflege werden diesen Erwartungen oft nicht gerecht. Während der Trend einerseits hin zu einer individualisierten Gesellschaft geht, wächst andererseits der Wunsch nach Gemeinschaft. Wohnformen wie Co-Living und Co-Working bieten hier neue Möglichkeiten.

Darüber hinaus braucht es adaptive Pflege- und Wohnlösungen, die ausreichend Privatsphäre und eine pflegegerechte Infrastruktur bieten, um sowohl das Zugehörigkeitsgefühl als auch die individuelle Betreuung zu fördern. Nachhaltige Gebäude, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientieren, sind entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Betreutes Wohnen und Pflegeheim kombinieren

Die Kombination von betreutem Wohnen und Pflegeheim hat verschiedene Vorteile. So gestaltet sich dadurch der Übergang von der einen in die andere Betreuungsform in Bezug auf die medizinische Versorgung und fachliche Betreuung einfacher. Dies gilt insbesondere für Menschen mit Demenz, von denen heute fast jeder Zweite in einem Pflegeheim lebt. Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist die Kombination der beiden Betreuungs- und Wohnformen sinnvoll; vor allem grössere Betreiber haben dies bereits erkannt. Die Zahl der Einrichtungen, die nicht nur Pflege, sondern auch Seniorenwohnungen oder betreutes Wohnen anbieten, steigt nach Angaben des Beratungsunternehmens Jones Lang LaSalle seit Jahren.

Zwischen der alternden Bevölkerung und der Nachfrage nach Gesundheitsimmobilien besteht eine deutliche Korrelation. Der Obsan-Bericht 03/2022 berechnet, wie diese Zunahme für die Schweiz aussehen könnte: In Pflegeheimen dürfte der Bedarf an zusätzlichen Langzeitbetten um den Faktor 1,6 steigen. Bei durchschnittlich 59 Betten pro Pflegeheim müssten 921 neue Pflegeheime gebaut werden. Gleichzeitig würde bei der Spitex die Zahl der Kunden und Kundinnen um den Faktor 1,5 zunehmen, während die Anzahl der Kurzzeitaufenthalte in Pflegeheimen um den Faktor 1,6 steigen dürfte. Die Zahl der Bewohner und Bewohnerinnen in betreuten Wohnformen wird sich voraussichtlich um den Faktor 1,4 erhöhen.

Gesundheitssektor zeigt sich widerstandsfähig

Aufgrund seiner defensiven Eigenschaften und langfristigen demografischen Faktoren gewinnt der europäische Gesundheitssektor zunehmend an Beliebtheit. Er ist wettbewerbsfähiger geworden, mit grossen Betreibern in Schlüsselmärkten und neuen Geschäftsmodellen. Trotz temporärer Herausforderungen wie steigender Zinsen und Betreiberproblemen zeigt sich der Sektor widerstandsfähig, insbesondere bei diversifizierten Portfolios, die verschiedene Länder und Untersektoren abdecken.

Im Jahr 2024 machte der Gesundheitssektor 2,2% des gesamten Investitionsvolumens in Europa aus; dies entspricht einer Zunahme von 4% gegenüber 2023. Investoren mit fundierten Kenntnissen der Wertschöpfungskette im Gesundheitssektor verfolgten eine aktive Strategie, um von den Marktchancen zu profitieren. Die demografische Entwicklung, insbesondere die Zunahme der über 65-Jährigen, treibt die Nachfrage nach Gesundheitsimmobilien weiter an.

Swiss Life Asset Managers hat diese demografischen Trends früh erkannt und ihr Angebot über das klassische Modell des Pflegeheims hinaus erweitert. Heute umfasst das Portfolio ein breites Spektrum an altersgerechten Lösungen, darunter auch flexibel nutzbare Wohneinrichtungen. Wir setzen auf eine lokale Methodik, um regulatorische und finanzielle Unterschiede zu berücksichtigen. Unsere paneuropäische Anlagestrategie vermeidet Konzentrationsrisiken und bevorzugt nachhaltige Betriebsmodelle für alle Stakeholder.

Swiss Life Asset Managers ist europaweit eine der führenden Immobilieninvestorinnen mit über 130 Jahren Erfahrung im Investment Management und der Bewirtschaftung von Immobilien.

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