Wie viel Energie lässt sich in Privathaushalten einsparen, um das Klimaziel von Netto Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen? Mit der Warmwasser-Challenge wurde untersucht, wie einzelne Anreize dazu beitragen können, selbstbestimmt den eigenen Warmwasserverbrauch zu senken. Dabei wirkte sich die Challenge sogar über den Zeitraum hinaus positiv auf den Verbrauch aus.

Die Warmwasser-Challenge: Anreiz zur selbstbestimmten Ressourceneinsparung


1. Motivation und Hintergründe der Warmwasser-Challenge

Auch in der Schweiz gibt es ein erhebliches Potenzial, Energie einzusparen. Eine Senkung des privaten Energiekonsums kann einen fundamentalen Beitrag dazu leisten, das vom Bund gesteckte Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen. Warmwasser ist Untersuchungen zufolge für 15% des Energieverbrauchs in Privathaushalten verantwortlich und wird in der Schweiz zu 61% mit fossilen Brennstoffen aufgeheizt.

Um zu untersuchen, welches Potenzial eine Minderung des privaten Warmwasserverbrauchs bietet, führten Swiss Life Asset Managers, die Livit AG und die ETH Zürich von Anfang Oktober 2019 bis Ende Januar 2020 die Warmwasser-Challenge durch. 

2. Was ist die Warmwasser-Challenge?

Die Warmwasser-Challenge soll in Projektform die Möglichkeiten der Ressourceneinsparung durch eine  Minderung des Warmwasserverbrauchs untersuchen. In diesem Rahmen wurden Daten von mehr als 4700 Haushalten in der ganzen Schweiz ausgewertet. An der Challenge selbst nahmen 3800 dieser Haushalte freiwillig teil und wurden dabei monatlich über ihren Warmwasserverbrauch informiert.

Die Warmwasser-Challenge erstreckte sich über vier Monate, von Anfang Oktober 2019 bis Ende Januar 2020. Ihr Ziel war es, den Warmwasserverbrauch gegenüber dem Wert von September 2019 um 5% zu mindern.

3. Methodologie und Datenschutz 

Im Rahmen der Warmwasser-Challenge wurden gezielt vier verhaltensökonomische Komponenten eingesetzt. So erhielten die teilnehmenden Haushalte jeweils Informationen über ihren eigenen Warmwasserverbrauch, ein vorgegebenes Einsparziel sowie Warmwasser-Spartipps, und sie nahmen an einer Lotterie teil. Im Rahmen der Lotterie wurde monatlich eine Monatsmiete verlost, wofür der Gewinnerhaushalt allerdings das 5%-Ziel erfüllt haben musste. Dazu erhielten die Haushalte ein monatliches Feedback zu ihrem individuellen Warmwasserverbrauch. Welche konkreten Sparmassnahmen die einzelnen Haushalte umsetzten, konnten sie selbstbestimmt individuell entscheiden.

Die teilnehmenden Haushalte wurden in Form einer randomisierten Kontrollstudie untersucht, wofür sie nach dem Zufallsprinzip in vier Experimentalgruppen sowie eine Kontrollgruppe eingeteilt wurden. So konnte der individuelle Effekt einzelner Interventionen besser eingeschätzt werden.

Alle in Frage kommenden Haushalte wurden zuvor per E-Mail kontaktiert und über die Absichten zur Untersuchung des Warmwasserverbrauchs sowie die Teilnahmebedingungen der Warmwasser-Challenge informiert. Eingeladene Teilnehmer, die nicht an der Warmwasser-Challenge teilnehmen wollten, konnten von einer in diesem E-Mail eingeschlossenen Opt-out-Option Gebrauch machen.

4. Ergebnisse

Die Auswertung der über die Laufzeit der Challenge erhobenen Daten zeigte einen positiven Einfluss auf den Warmwasserverbrauch der teilnehmenden Haushalte. Trotz eines saisonal bedingten absoluten Anstiegs ihres Warmwasserverbrauchs fiel dieser bei den teilnehmenden Haushalten signifikant tiefer aus als bei der Kontrollgruppe.

Auch die verhaltensökonomischen Anreize wurden in den vier Experimentalgruppen unterschiedlich gestaltet. Dabei zeigte sich, dass sich der soziale Vergleich mit anderen teilnehmenden Haushalten positiv auswirkt, während Unterschiede bei der Lotterie keine Auswirkung hatten. Zusätzlich wurde festgestellt, dass während des Challenge-Zeitraums auch der Kaltwasserverbrauch der Haushalte gesunken war.

Selbst nach Abschluss der Challenge war bei den teilnehmenden Haushalten noch ein signifikant tieferer Warmwasserverbrauch feststellbar. Somit kann auch eine mittelfristig beständige Verhaltensänderung in der Experimentalgruppe bestätigt werden. Insgesamt konnten im Zeitraum der Challenge 2 000 000 Liter Warmwasser und dementsprechend etwa 39 Tonnen CO2 eingespart werden.

5. Konklusion

Die Datenauswertung zeigt, dass die Warmwasser-Challenge erfolgreich war: Während und nach der Intervention wurden signifikante Auswirkungen nachgewiesen. Die Warmwasser-Challenge hatte einen positiven Effekt und senkte signifikant den Warm- sowie den Kaltwasserverbrauch der teilnehmenden Haushalte im Vergleich zur Kontrollgruppe. Vermutlich aufgrund des winterlichen Wetters konnte das Ziel einer Einsparung von 5% von den Haushalten insgesamt nicht erreicht werden.

Dennoch bietet die Studie wertvolle neue Erkenntnisse über das Potenzial zur Energieeinsparung in Privathaushalten. Die Studie wurde von den teilnehmenden Haushalten sehr positiv aufgenommen und die meisten von ihnen würden sich eine Fortsetzung der Challenge wünschen. Zusammen mit den signifikanten Einsparungen, die erzielt werden konnten, stimmen uns diese Resultate sehr optimistisch, dass mit der Warmwasser-Challenge ein sinnvoller Beitrag zur Erreichung der Klimaziele geleistet werden kann.

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Lesen Sie hier alle Details zu unserer Warmwasser-Challenge

Eine sanfte Intervention für nachhaltige Ressourcennutzung

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