Weltweit besteht ein hoher Bedarf an Investitionen in Infrastruktur, von Energie bis Kommunikation. Damit bieten sich interessante Perspektiven für langfristige Anlagen mit kalkulierbarem Risiko und attraktiven Renditen. Durch die erwartete Infrastrukturquote in der BVV2 werden solche Investitionen zunehmen – dabei ist die Auswahl passender Projekte entscheidend.


Nachfrage nach nicht börsennotierten Infrastruktur­anlagen steigt
Investitionen in die Infrastruktur helfen der öffentlichen Hand dabei, wichtige Generationenprojekte in Bereichen wie Energie, Transport und Wasserversorgung zu finanzieren. Zugleich sind sie eine attraktive und immer stärker nachgefragte Anlageform für Pensionskassen. Wenn in der BVV2 zukünftig eine Infrastrukturquote festgelegt wird, dürfte dieser Trend sich weiter verstärken. 

Weltweit hoher Bedarf an Investitionen
In zahlreichen Ländern weltweit besteht ein grosser Bedarf an Investitionen in bestehende und neue Infrastruktur. Das betrifft viele Bereiche:   

  • Energieproduktion  
  • Strom-, Gas- und Wärmenetze    
  • Transport    
  • Wasserversorgung   
  • Entsorgung    
  • Kommunikation    
  • Soziale Infrastruktur (Schulen, Spitäler etc.)

Für den hohen Bedarf an Investitionen gibt es viele Ursachen: Die Bevölkerung wächst und zieht zunehmend in Städte, aufgrund von zunehmender Digitalisierung sind Anlagen teilweise veraltet und erneuerbare Energien erfordern neue Infrastrukturen. Studien zufolge ergibt sich daraus ein weltweiter Kapitalbedarf von USD 3,7 Trillionen pro Jahr allein für die Bereiche Energie und Verkehr. Da viele Staaten hoch verschuldet sind, was durch die COVID-19-Pandemie weiter zunehmen dürfte, sind private Anleger besonders wichtig. 

Eine gute Wahl für Pensionskassen
Investitionen in Infrastruktur zeichnen sich üblicherweise durch bestimmte typische Merkmale aus:    

  • hohe Anfangsinvestitionen   
  • lange Laufzeiten    
  • eingeschränkter Wettbewerb    
  • hohe Eintrittsbarrieren    
  • grosse Skaleneffekte    
  • oft geringe Liquidität 

Zugleich erlauben solche Investitionen Anlegern, mit kalkuliertem Risiko langfristig attraktive Renditen zu erzielen. Diese sind auch gegen steigende Inflation geschützt und werden von hohen, regelmässigen
Ausschüttungen ergänzt. Deshalb ist Infrastruktur eine ausgezeichnet passende Anlageklasse für Pensionskassen: Da diese Investitionen sich unabhängig von anderen Anlageklassen verhalten, senken sie das Risiko für Portfolios im Rahmen des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) und verbessern deren Rendite. Gerade in zinsschwachen Zeiten können institutionelle Anleger aus diesem Grund kaum darauf verzichten, im Infrastrukturbereich zu investieren.

wind turbine with solar panels and sunset. concept clean energy

Studien zufolge ergibt sich ein weltweiter Kapitalbedarf von USD 3,7 Trillionen pro Jahr allein für die Bereiche Energie und Verkehr. 

Die Auswahl der Projekte ist entscheidend
Nicht jede Infrastrukturinvestition bringt die gleichen Vorteile. Dafür ist der Markt zu wenig homogen und bietet zu grosse Unterschiede von Projekt zu Projekt. Vor allem regulierte Anlagen sowie Anlagen, bei denen langfristige Verträge die Preise und Mengen fixieren, versprechen die stabilsten Dividendenerträge. Andere Bereiche, zum Beispiel Energieproduzenten, die im Stromgrosshandel agieren, oder Containerhäfen, sind stärker von Konjunktur- und Marktschwankungen betroffen. Auch bei hoher Fremdverschuldung oder einem hohen Investitionsbedarf fällt die Dividendenrendite oft geringer aus, wobei der Kapitalgewinn später wieder höher ausfallen kann.

Die Investment-Plattform von Swiss Life Asset Managers
Swiss Life Asset Managers investiert bereits seit Jahren weltweit in Infrastruktur, sowohl für die Swiss Life-Versicherungsgesellschaften als auch für Drittkunden. Derzeit betreuen 35 erfahrene Infrastrukturspezialisten insgesamt CHF 7 Milliarden an Vermögenswerten. Auch der führende, auf Clean-Energy-Infrastruktur spezialisierte Schweizer Vermögensverwalter Fontavis ist Teil dieses Spezialistenteams. Es werden insgesamt acht Fonds sowie weitere Mandate von Swiss Life Asset Managers verwaltet, für die zunächst 850 Infrastrukturprojekte analysiert und dann mehr als 40 Investitionen getätigt wurden. Dazu zählen auch Beteiligungen an Schweizer Energie- und Kommunikationsunternehmen.

Evergreen-Fonds als Grundlage für Pensionskassen
Die Anlagestiftung Swiss Life hat zwei neue Anlagegruppen im Bereich Infrastruktur Global mit Evergreen-Struktur, also ohne fixe Laufzeit, ins Leben gerufen. Damit gibt sie Anlegern einen Zugang zur Investment­plattform sowie zu Fonds, in die Swiss Life auch selbst investiert. Es soll möglich sein, weltweit diversifiziert Geld anzulegen, entweder indirekt über eigene Kollektivanlagen oder auch selektiv mit Direktinvestitionen. Das Verhältnis von Risiko und Rendite ist dabei konservativ bis ausgewogen. Ausserdem wird die Anlagegruppe regelmässig geöffnet für Neuzeichnungen und um das angelegte Kapital abzurufen. So erlaubt sie den Anlegern mehr Flexibilität und Selbstbestimmung. Nach einer Aufbauphase werden periodisch auch Rücknahmen möglich sein. Ausserdem haben Investoren die Wahl zwischen einer Anlagegruppe in Euro und einer Anlagegruppe mit der Referenzwährung Schweizer Franken. In dieser ist das Fremdwährungsrisiko gegenüber Schweizer Franken zu mindestens 80% abgesichert.

Bei der Auswahl der Investitionen werden ESG-Anlagekriterien, also Kriterien in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance, als wichtiger Teil des Investment­prozesses berücksichtigt. So tragen BVG-Anleger mit ihren Investitionen in diese Anlagegruppen auch zu einer nachhaltig geprägten Infrastrukturentwicklung bei. 


Quelle: Erstmals erschienen auf investrends.ch
Autoren: Christoph Manser, Head Infrastructure Investments, Swiss Life Asset Managers
& Christoph Gisler, CFO, Fontavis AG

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