Nachhaltige Energie ist in Engelberg keine Vision mehr, sondern gelebte Realität. Das Heizwerk Engelberg liefert Fernwärme und ersetzt fossile Brennstoffe durch erneuerbare lokale Energie. Seit 2011 trägt die Gemeinde das Label Energiestadt¹ und geht weiterhin mit gutem Beispiel voran.
Seit der Wintersaison 2019/2020 stellt Engelberg zunehmend von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Fernwärme mit heimischen Holzschnitzeln um. Das Heizwerk Engelberg hat im letzten Jahr rund 17,9 Gigawattstunden Wärme erzeugt und damit bis zu 60% der Haushalte und lokalen Unternehmen in Engelberg mit erneuerbarer Energie versorgt. Das sind heute insgesamt 195 Kunden2.
Indem einzelne Ölheizkessel durch einen zentralen Holzschnitzelkessel ersetzt wurden, werden durch das Wärmenetz die CO₂-Emissionen deutlich reduziert. Das unterstützt unmittelbar das Netto-null-Ziel der Schweiz und deckt sich mit der nationalen Politik, Fernwärme im Rahmen der Energiestrategie 2050 als Schlüsselfaktor für die Dekarbonisierung einzusetzen. Die Verwertung von Holz aus dem Engelberger Wald folgt einer nachhaltigen Forstwirtschaft für die lokale Gemeinschaft. So wird gewährleistet, dass die Gewinnung von Biomasse ökologisch verträglich und nachhaltig bleibt.
Engelbergs Wandel zeigt, wie nachhaltige Infrastruktur nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch sozialen Nutzen für eine ländliche Berggemeinde schaffen und damit die wirtschaftliche Resilienz der Region unmittelbar stärken kann.
Sozialer Nutzen und hohe Akzeptanz in der Öffentlichkeit
Nachhaltige Infrastrukturprojekte in ländlichen Gemeinden gelingen nur mit breiter Unterstützung. In Engelberg zeigen die lokalen Behörden ein starkes Bekenntnis zum Wärmenetz und unterstützen den Ausbau öffentlich. Die Einbindung des Projekts in die langfristige Gemeindeplanung stärkt das Vertrauen und sorgt dafür, dass die lokalen Bedürfnisse stets berücksichtigt werden.
Ziel des Projektteams und des Investors war es schon immer, die lokale Gemeinschaft sowohl in der Bewilligungs- als auch in der Bauphase einzubeziehen. Dank dieser engen Zusammenarbeit kam es weder vonseiten der Behörden noch vonseiten der Öffentlichkeit zu Einsprachen gegen die Baubewilligungen.
Ein Projekt mit erheblichem wirtschaftlichem Nutzen in der Region
Die Initiative hat mit dem Betrieb der Anlage, der Instandhaltung, der forstwirtschaftlichen Lieferketten sowie dem Auf- und Ausbau des Netzwerks weitere Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Dazu hat die Ernennung von Josef Infanger, einer angesehenen lokalen Persönlichkeit, zum Verwaltungsratspräsidenten deutlich beigetragen.
Die Wertschöpfungsanalyse zeigt, dass Engelberg selbst direkt von rund CHF 10,8 Millionen profitierte, was 37% der gesamten Projektaufwendungen entspricht. Weitere 37% konnten in der Grossregion Zentralschweiz beibehalten werden3. Dieser hohe Kapitalanteil, der lokal eingesetzt wurde, zeigt, wie das Projekt die lokale Wirtschaft ankurbelt, statt Wertschöpfung anderswo zu exportieren.
Neben den direkten Investitionen stärkt das Fernwärmenetz langfristig die Attraktivität der Gemeinde als Tourismus- und Wohnort. Die Emissionen aus den Ölöfen in den Gebäuden im Dorfzentrum fielen weg, als die Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen wurden. Eine zuverlässige, ökologische Wärmeversorgung kommt Hotels, öffentlichen Gebäuden und Haushalten zugute und stärkt Engelbergs Identität als nachhaltiges Alpendorf.
Ein skalierbares Modell für Schweizer Clean-Energy-Infrastruktur
Das Heizwerk Engelberg zeigt auf, wie eine Berggemeinde ihren Wärmesektor dekarbonisieren kann und dabei eine hohe lokale Wertschöpfung generiert. Diese stärkt wiederum regionale Identität, fördert die gesellschaftliche Akzeptanz und bietet ihren Investoren attraktive Renditen. Das Projekt deckt sich zudem mit den Prioritäten der Schweizer Forschung und Politik, die erneuerbare Wärme, Wärmenetze und gesellschaftliches Engagement als Säulen des nationalen Netto-null-Pfades nennen4.
Als Teil der Clean-Energy-Strategie der Infrastructure-Equity-Plattform von Swiss Life Asset Managers zeigt dieser Fall auf, wie lokal verankerte Projekte im Bereich erneuerbarer Energie gleichzeitig zu Umweltzielen, zum Wohlstand des Gemeinwesens und zu den nationalen Zielen für die Energiewende beitragen können.
1 Quelle: Energiestadt Engelberg; abrufbar auf: Engelberg Titlis: Energiestadt Engelberg (abgerufen am 15.04.2026)
2 Quelle: Heizwerk Engelberg AG; abrufbar auf: Heizwerk Engelberg AG - oeko energie ag (abgerufen am 15.04.2026)
3 Quelle: Heizwerk Engelberg AG, 31.01.2025
4 Quelle: Sweet, DeCarbCH; abrufbar auf: Swiss Energy research for the Energy Transition: SWEET DeCarbCH (abgerufen am 15.04.2026)
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