High Yield Bonds mit BB-Rating bieten höhere Zinsen bei etwas höherem Risiko. Dabei sind höherverzinsliche Anleihen in Euro mit ihrem Rendite-Risiko-Verhältnis derzeit eine besonders attraktive Wahl.

Die Renditen und Risikoprämien von höherverzinslichen Anleihen, High Yield (HY) Bonds, mit Ratings unterhalb des Investment-Grade-Bereichs sind seit Anfang 2022 auf ein überdurchschnittlich hohes Niveau angestiegen. Aktuell werden High Yield Bonds bei Renditen von 8,5% (USD HY) bzw. 7,2% (Euro HY) gehandelt. Wesentlicher Auslöser für diese Entwicklung ist der Versuch der Zentralbanken, mit höheren Zinsen die durch Pandemie und Ukrainekrieg ausgelöste Inflation zu bremsen. Dabei führt die Kombination aus Inflation, steigenden Zinsen und der so verursachten Abschwächung des Wirtschaftswachstums zu Unsicherheiten und damit zu volatilen Risikoprämien am Kreditmarkt.

Kreditinvestoren befürchten in diesem Zusammenhang eine Abschwächung der Kreditkennzahlen und des freien Cashflows, gerade bei beispielsweise hochverschuldeten und zyklischen Unternehmen mit einem wesentlichen Anteil an variablen Zinszahlungsverpflichtungen. Dies kann zu Herabstufungen der Ratings und zu Schwierigkeiten bei der Refinanzierung führen, bis hin zu Zahlungsausfällen. Deshalb stellt sich vor dem Hintergrund der gestiegenen Renditen, aber auch des eingepreisten Risikos für Investoren die Frage, welches Segment bei HY-Anleihen bevorzugt werden sollte.

BB-Ratings und USD mit dem höchsten Anteil an High Yield Bonds in den entwickelten Märkten

In den entwickelten Märkten repräsentiert das High-Yield-Bond-Segment in USD und Euro zusammengerechnet mittlerweile einen Nominalwert von 1,8 Billionen USD. Der HY-Anleihenmarkt hat insbesondere nach 2009 mit einer jährlichen Wachstumsrate von durchschnittlich 4% (USD) bzw. 10% (Euro) deutlich zugenommen. Dabei ist er aktuell in den USA ungefähr dreimal so gross wie in Europa.

Die Ratings von High Yield Bonds unterteilen sich in die Kategorien BB, B und CCC. Dabei stellen HY-Anleihen mit BB-Rating (BBs) den stärksten und die mit CCCs den schwächsten Ratingbereich dar. BBs machen mit ca. 70% in Euro und ca. 50% in USD den Hauptanteil der HY-Indizes aus. Demnach haben Bs und CCCs in USD ein grösseres Gewicht als in Euro.

Emittenten von Anleihen mit BB-Ratings sind im Wesentlichen folgenden Gruppen zuzuordnen:

  1. «Falling Angels», also Unternehmen, die früher ein Investment Grade Rating hatten und als «Rising Stars» wieder ein Investment Grade erreichen könnten
  2. Emittenten, die gemäss ihrer Finanzpolitik ein BB-Rating als ihren optimalen Verschuldungsgrad sehen
  3. Nachrangige HY-Anleihen von Unternehmen oder Banken/Versicherungen, die selbst ein Investment Grade Rating haben
  4. Unternehmen, die nach einem Leveraged Buyout (LBO) im Eigentum von Private-Equity-Investoren stehen und deshalb einen erhöhten Verschuldungsgrad haben

Dabei stellen zahlreiche europäische und amerikanische Emittenten ihre High Yield Bonds sowohl in USD also auch in Euro aus. So wurden beispielsweise 9% der Euro-HY-Anleihen von nordamerikanischen und 9% der USD-HY-Anleihen von nicht-nordamerikanischen Emittenten begeben. Die grössten Sektoren bei Euro-BBs stellen Banken und die Automobilindustrie mit 15% bzw. 13% dar, bei USD-BBs ist es mit 15% die Energie, im Wesentlichen Öl und Gas.

BBs in Euro mit höherer Risikoprämie bei moderaten Ausfallraten

Wegen der erhöhten Unsicherheiten im Kreditmarkt, der Aussicht auf weiter ansteigende Ausfallraten sowie der Volatilität bei Zinsen und Kreditrisikoprämien (Spreads) sind bei High Yield Bonds die relativ sicheren BBs in Euro zu bevorzugen. Die derzeitige Rendite von BBs beträgt 6,9% in USD und 6,2% in Euro. Unter Abzug des erwarteten Jahresverlusts (durchschnittliche Ausfallrate bei BBs von ca. 1% und Berücksichtigung einer durchschnittlichen Verwertungsquote bei Insolvenzen von um die 40%) ergibt dies auch in Szenarien mit einem schwächeren wirtschaftlichen Ausblick immer noch eine attraktive Nettorendite. Wir geben dabei derzeit BBs in Euro insbesondere deshalb den Vorzug, weil ihre Kreditrisikoprämie (gegenüber Staatsanleihen) bei 3,4% und damit um 0,7% höher als bei den USD-BBs liegt. Das Zinsänderungsrisiko (Duration) von BBs ist in USD auch leicht höher als in Euro, was im bisherigen Zinserhöhungszyklus ebenfalls für Euro-BBs spricht. Sie profitieren ausserdem davon, dass ihre Jahresgesamtrenditen in den vergangenen elf von dreizehn Jahren jeweils sogar höher als bei Euro-BBBs lagen.

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