Nach Jahrzehnten fallender Zinsen steigen die Zinssätze seit einiger Zeit weltweit wieder deutlich an. Damit rücken verschiedene Fixed-Income-Produkte und festverzinsliche Anleihen wieder stärker in den Fokus von Anlegenden. Für Investierende, die ein gewisses Risiko akzeptieren, sind aber auch High Yield Bonds, also höherverzinsliche Anleihen, eine interessante Alternative.

Als High Yield (HY) Bonds werden höherverzinsliche Anleihen bezeichnet, die weltweit anerkannte Rating-Agenturen mit einer schwächeren Bonität unterhalb des Investment-Grade-Ratingsegments einschätzen. Solche High Yield Bonds werden von Unternehmen aller Grössenklassen ausgestellt. Die emittierenden Unternehmen weisen meist selbst eine schwächere Bonität und somit ein erhöhtes Zahlungsausfallrisiko auf, zum Beispiel durch höhere Verschuldung. Innerhalb ihrer Kapitalstruktur begeben viele Emittenten von HY Bonds verschiedene Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten, aber auch mit verschiedenen Ratings. Diese ergeben sich auch aus unterschiedlichen Sicherheitsstrukturen oder Rangfolgen bei Insolvenzverwertungserlösen. So können Investierende selbstbestimmt entsprechend ihren Renditezielen und ihrer Risikoeinstellung unter verschiedenen Investmentalternativen auswählen. Wichtige, gut entwickelte und grosse Märkte für High Yield Bonds sind insbesondere die USA, aber auch Europa.

Höhere Rendite bei geringerem Zinsänderungsrisiko

Investitionen in High-Yield-Anleihen profitieren von höherer Rendite. Diese setzt sich aus dem herrschenden Marktzins und der höheren Kreditrisikoprämie in diesem Segment zusammen. Die derzeit hohe Inflation, der gestiegene Zinsaufwand, Lieferkettenprobleme und andere makroökonomische Unsicherheiten können vermehrt zu Ratingherabstufungen oder sogar zu Zahlungsausfällen bei Emittenten von High Yield Bonds führen. Höhere Kreditrisikoprämien entschädigen für diese höheren Risiken.

Verglichen mit anderen Fixed-Income-Produkten, wie länger laufenden Staatsanleihen oder Investment Grade Bonds, ist das Zinsänderungsrisiko (Duration) bei High-Yield-Anleihen oft niedriger. Das liegt daran, dass Emittenten einer HY-Anleihe üblicherweise die Option haben, die Anleihe bereits einige Jahre nach Emissionszeitpunkt zu einem festgelegten Kurs frühzeitig zu kündigen.

Erfolgreiches HY-Bond-Portfoliomanagement durch Selektion

Der Investmentprozess von Swiss Life Asset Managers im High-Yield-Bonds-Bereich hat zum Ziel, von höherer Rendite zu profitieren und gleichzeitig die Risiken von Zahlungsausfällen zu minimieren. Wesentlich hierfür ist die gewünschte Definition des Investmentbereichs hinsichtlich Ratings, Länderrisiken, ESG-Kriterien oder Handelbarkeit sowie das Verständnis für die Bewertung von Markt- und Kreditrisiken. Dabei ist es sehr wichtig, die Informationen über einen Emittenten zu verstehen: das Geschäftsmodell, die Finanzpolitik und die Treiber sowie den wirtschaftlichen Ausblick auf die Entwicklung des freien Cashflows, des Verschuldungsgrads und des Ratings. Letzteres bezieht sich auf den Emittenten eines High Yield Bond sowie auf die Anleihe.

Um zu profitieren, wird bei Neuemissionen zum einen auf den Renditeaufschlag im Vergleich zu bestehenden oder ähnlichen High Yield Bonds geachtet. Ausserdem ist die rendite- und risikoorientierte Auswahl von Neuemissionen entscheidend, auch unter Berücksichtigung der HY-Anleihe-Dokumentation, zum Beispiel Bond Covenants, maximaler Verschuldungsgrad oder optionale Rückzahlungsmöglichkeiten. Hinzu kommt die aktive Teilnahme an Roadshow-Diskussionen mit dem Management des emittierenden Unternehmens.

Interessante Einstiegsmöglichkeiten bietet beim Investment im Sekundärmarkt der Kauf bereits emittierter High Yield Bonds, die unterhalb ihres Rückzahlungswerts notieren. Aber auch der Vergleich unterschiedlicher High-Yield-Anleihen lohnt sich, zum Beispiel bezüglich Währungen, Laufzeiten oder innerhalb eines Sektors oder Ratingsegments.

Bei erhöhter Unsicherheit in Bezug auf den wirtschaftlichen Ausblick sollte sich das Portfoliomanagement auf High Yield Bonds von Emittenten konzentrieren, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Für eine vergleichsweise attraktive Rendite sind verständliche und resiliente Geschäftsmodelle sowie ausreichende Umsatz- und Ertragsvisibilität, zum Beispiel längerfristige Verträge, Auftragsbücher oder Regulatorik, wichtig. Auch grossvolumige und gut handelbare nachrangige High-Yield-Anleihen (Corporate Hybrid Bonds), die von bekannten und grossen multinationalen Unternehmen mit Investment Grade Rating ausgestellt werden, können in dieser Situation in einem High-Yield-Bond-Portfolio als konservativer Beitrag einen Mehrwert bieten.

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